Verflixte Woche

Ach ich hab mir soviel vorgenommen für diese Woche und nix ist draus geworden! Montag 17:19 war die komplette Erholung des Urlaubs weg und die Woche gelaufen!

Genau um diese Zeit rief mich meine Chemoklinik an und sagte mir, dass meine Versicherung die nächste Behandlung nicht autorisiert hätte – die sollte Dienstag früh um 9 sein. Ich viel aus allen Wolken! Die Versicherung wollte einen Arztbericht, ob die Behandlung noch nötig sei, und Untersuchungsberichte der letzten zwei Monate. Ich dacht mich tritt ein Pferd! Erstens war meine Ärztin grade zu einem Kongress geflogen und ist diese Woche nicht zu erreichen. Zweitens hatte ich natürlich keine solch neuen Untersuchungen, die mach ich jetzt alle 3-6 Monate, die nächsten wären im April fällig und die letzten waren im November.

Na prima!

Ist ja nicht so, als ob ich gerade erst alles angefangen hätte – ich bin grad am Vollenden vom 2. Jahr! Ist auch nicht so, als ob ich schon am Abkratzen wär – mir gehts prima und Saul hab ich übern Jordan gejagt. Ist auch nicht so, als ob die Versicherung das nicht wüsste, ich muss ja für jede Untersuchng die Überweisung und das Rezept bei ihr autorisieren lassen. Und meine Onkologin muss regelmässig Berichte an die Versicherung schicken. Mann, war ich sauer! Und das alles eine Stunde, bevor alle nachhause gehen am Abend vor der Behandlung!

Am nächsten Tag war ich mit allen meinen Untersuchungsergebnissen in der Klinik, hab auf die Vertretungsärztin gewartet, die mir den Bericht schreiben sollte und das ganze an die Versicherung faxen sollte. Die sagte mir, sie würde nicht über Unimed abrechnen und daher wohl nicht von ihr akzeptiert werden. Ha! Ich dacht, ich bin im falschen Film. Sie hat dann versucht meine Ärztin zu erreichen und mit ihr zusammen den Bericht verfasst und weggefaxt.

Mit Hilfe von vielen guten Geistern haben wir es dann geschafft, am Donnerstagmittag das OK von der Versicherung zu haben. Ich hab dann die Klinik wieder angerufen – nach 2 Stunden Wartezeit endlich den Zuständigen erreicht und erfahren, die Versicherung hätte noch kein OK geschickt. Also, alle guten Geister wieder aktiviert und Donnerstagabend 17 Uhr war endlich das OK in der Klinik – das war auch der letzte Termin, an dem sie noch Patienten akzeptieren. Nur dass ich eine Stunde brauche bis ich dort ankomme – wieder nix mit Behandlung!

Aber heut früh war ich dann dort auf der Matte und bis Mittag dann auch fertig… und jetzt wieder nicht müde genug zum Schlafen, drum schreib ich den Beitrag um halb drei nachts…

Mittlerweile weiss ich auch, dass ich wohl nicht die einzige bin, die so behandelt wird, und warum – die Versicherung hat grad eine eigene onkologische Klinik aufgemacht und versucht nun die Patienten dorthin zu bekommen. Deshalb hat sie wohl auch gerade einen Tarifstreit mit den Ärzten und den Kliniken.

Versteh ich ja alles – aber muss man das auf diese Art und Weise machen? Die Versicherung hats nicht mal für nötig gehalten mich anzurufen. Behandelt man so seine Kunden, noch dazu welche, die wegen ihrer Krankheit sowieso schon labiler sind?

Und zu allem Überfluss hat dann am Montag auch noch meine Waschmaschine den Geist aufgegeben – klasse, alle Urlaubswäsche liegt jetzt da und wartet…

Jetzt müsst ihr leider deswegen auf die Urlaubsfotos warten – vielleicht schaff ich es am Wochenende. Morgen kommt der Boschdienst und kann hoffentlich die Waschmaschine in Gang bekommen.

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2 Kommentare

  1. Au Mann, da kriegt man wirklich sooo einen Hals! X( Ist das eine private Versicherung, weil Du schreibst, dass sie eine eigene Klinik aufgemacht haben? Ich bin so froh, dass ich hier in Spanien bei den gesetzlichen bin, die sind gerade für so extreme Sachen wie Krebs viel besser ausgerüstet und die Ärzte besser ausgebildet, als die privaten. Will man in Deutschland kaum glauben – ist aber wirklich so. Ich drück Dich mal – endlich ist Wochenende, genieße es! Und die Wäsche, ja, die kann auch laaaaangsam nacheinander „abgearbeitet“ werden ;-) lass dich nur nicht stressen!
    Liebe Grüße
    Masca

  2. Trolleira

    Hallo Masca,
    vielen Dank für die lieben Grüsse und die moralische Unterstützung :o)
    Ja, das ist eine private Versicherung, in Brasilien unumgänglich, da man bei der gesetzlichen oft Monate und Jahre auf Behandlungen und Untersuchungen warten muss.
    Ich drück Dich zurück! Hoffe, es geht Dir gut!
    Liebe Grüsse nach Spanien,
    Maria

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