Nichts als Ärger!

Seit einiger Zeit hab ich ja schon nichts mehr über meine Behandlungen geschrieben und auch den Blog nur sehr rudimentär mit Bildern gefüllt. Neben dem längeren Urlaub in Deutschland hatte das aber auch noch einen anderen Grund. Ich fühl mich gerade wie eine gequetschte Zitrone, eingekeilt zwischen zwei Fronten – auf der einen Seite die Krankenkasse, auf der anderen die Onkologen und onkologischen Kliniken. Zwischen denen ist gerade ein grosser Zwist ausgebrochen, es geht überwiegend, wie immer bei solchen Sachen, ums Geld…

Fakt ist, dass die Krankenkasse zwar die Behandlungen für die Patienten zusagt aber dann bei der Bezahlung der Ärzte und Kliniken Abstriche macht. Das geht soweit, dass die Onkologen ihre Patienten nicht mehr behandeln können und sie weiterschicken zur onkologischen Klinik der Krankenkasse und deren Ärzte. So auch mir passiert vor vier Wochen, ich kam grad aus dem Urlaub zurück, ging nichts ahnend zur Behandlung und meine Ärztin teilte mir mit, sie könne mich nicht mehr behandeln und ich müsse in die Klinik der KK. Also ich voll Wut auf die KK dorthin zur Behandlung . Mir wurde versichert, ich bekäme alles wie gehabt, keine Änderungen, kein Problem.

Also gut, die Behandlung lief eigentlich wie immer und ich beruhigte mich erst mal – Hauptsache ich bekomme die Behandlung weiter, den Rest werden wir sehen. Danach gings dann in den Kampf mit allen Beteiligten. Raus kam, ich kann nicht mehr bei der alten onkologischen Klinik bleiben, aber meine Onkologin kann ich behalten, allerdings bräuchte ich eine zweite, die dann an der Klinik zuständig wäre.  Naja, dachte ich mir, das ist schon ok so, wenigstens, hab ich dann noch den Rückhalt der Onkologin, die Erfahrung mit meiner seltenen Art von Krebs hat und mich ja schon von Anfang an erfolgreich behandelt hat. Die Klinik war so schlecht nicht und ob ich jetzt in den einen oder anderen Stadtteil fahre ist ja auch schon egal. Bis Sonntag vor zwei Wochen war ich dann auch zufrieden mit der Lösung…

…da wachte ich auf mit dröhnendem Kopf, Schweissausbrüchen, Muskelschmerzen und wusste gar nicht, was los war. Eigentlich wollten wir mit Freunden zusammen das Brasilienspiel sehen, das mussten wir absagen. Den ganzen Tag verbrachte ich auf dem Sofa komplett fertig, ich schaffte es nicht mal mich umzuziehen. Erst abends merkte ich, dass mein Arm unterm Kompressionsstrumpf voller roter Flecken war und auch alle Stellen, die bestrahlt worden waren. Ich sah aus als ob ich Masern hätte, aber nur auf einer Seite!

Montags als erstes war ich bei meinem Arzt und der meinte, hm, sieht aus, als ob ich eine verspätete allergische Reaktion auf das Herceptin hätte. Schon eigenartig, warum ausgerechnet jetzt und nicht schon vor einem Jahr? Danach hatte ich einen Termin bei der neuen Onkologin, der KK-Klinik, die ich kennenlernen wollte. Dort hat sich dann rausgestellt, dass bei der letzten Behandlung mit Herceptin, die ich ja schon in der KK-Klinik bekommen hatte, vergessen wurde, mir Kortison zu geben, das die allergischen Reaktionen unterdrückt!!! Statt jetzt den Arm weiterhin zu wickeln, damit er wieder etwas dünner wird, durfte ich für eine Woche nicht mal den Kompressionsstrumpf tragen  und hoffen, dass er nicht noch dicker wird. Ausserdem wurde ich wiedermal für eine Woche mit Antibiotika und Antihistaminen versorgt und bekam auch noch eine Kortisionspritze.

Ich bin einfach nur sauer auf die KK, hab nochmal mit meiner alten Onkologin gesprochen, die aus allen Wolken fiel, als sie hörte, dass ich kein Kortison bekommen habe. Eigentlich wollte ich dann zu ihrer anderen Klinik gehen, die liegt in einer anderen Stadt 80 km von hier. Da ich eine überregionale Versicherung habe, könnte das klappen. Doch sie meinte, das Gericht hätte die KK dazu verdonnert, für die sich schon in Behandlung befindenden Patienten die nächste Behandlung wieder in der Klinik zu genehmigen. Also haben wir wieder das Rezept eingereicht und für 4 Wochen später einen Termin gemacht.

4 Wochen später war letzten Dienstag. Montags rief ich noch in der Klinik an, ob alles genehmigt sei. Die hätten von der KK noch nichts gehört. Also, Anruf bei der KK, ja die Genehmigung sei schon ok und unterwegs zur Klinik, müsste spätestens Dienstagsmorgens dort ankommen. Super! Ich also am nächsten Morgen los zur Klinik, als unterwegs ein Anruf von der Klinik kommt, die Genehmigung sei immer noch nicht da – eine halbe Stunde vor meiner Behandlung! Also ich wieder bei der KK angerufen, nein, nein, die Genehmigung sei unterwegs, kein Problem… da hab ich dann aber Stunk gemacht und wollte genau wissen, wo die Genehmigung sei, als mir gesagt wurde, da müsste sie nochmal nachsehen und würde mich zurückrufen. Zehn Minuten später, ich immer noch im Auto, Anruf von der KK, ja also die Genehmigung sei jetzt doch nicht gemacht, ich dürfte doch nicht in der Klinik behandelt werden, ich müsste zur KK-Klinik. Da bin ich dann explodiert! Voller Wut zur Klinik gefahren, die wussten auch nicht was passiert war und es wurde hin und her telefoniert mit der KK und der Klinik – Ende vom Lied, ich musste an diesem Tag die Behandlung selbst zahlen und hoffe nun, dass ich sie von der KK wieder ersetzt bekomme.

Jetzt haben wir endgültig ausgemacht, dass ich in die andere Stadt fahre, wir haben grad die Genehmigung an die dortige KK eingereicht und hoffen, dass sie sie akzeptieren. Wie gesagt, meine KK ist überregional und nur die lokale Zweigstelle der KK unserer Stadt macht diese Probleme, alle anderen lokalen KKs verhalten sich normal. Wegen der neuen Genehmigung musste ich jetzt die letzten Tage auch noch verschiedene ausserplanmässige Untersuchungen machen – aber wenigstens hats ein gutes, alles ist in Ordnung!

Die Krönung kam dann am Freitag – ein Anruf von der KK, es sei wegen der Abrechung, also die Behandlung in der Klinik, in der ich es gemacht hätte sei nicht mehr genehmigt, jedenfalls für neue Patienten, die nach dem November 2009 die Behandlung angefangen hätten – da musste ich erstmal unterbrechen und sagen, also, ich würde die Behandlung dort ja schon seit März 2008 machen, also fast zweieinhalb Jahre – Stille am anderen Ende der Leitung, Räuspern, ähm, also, ja dann müsse sie da nochmal nachfragen… Glaubt manns?!?!

Naja, gestern sind wir mal die Strecke zur neuen Klinik gefahren – eine schöne Stadt und eigentlich nur Autobahn bis dorthin. Hoffen wir, dass die Genehmigung klappt und ich dann meine Ruhe habe – soviel Aufregung und auch noch direkt vor der Behandlung kann nicht gut tun!

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