…und wieder da!

So, nun bin ich also wieder zurück in Brasilien – was soll ich sagen, hier ist eigentlich Winter, aber der ist besser als alles, was ich die letzten drei Wochen in Deutschland als Sommer erlebt habe!Strahlend blauer Himmel, Sonne pur, 30 Grad im Schatten und Nachts angenehm kühle 10 Grad, gut zum Schlafen!

Nach einem geschäftigen Montag mit Auspacken, Aufräumen und Organisieren war heute Herceptin-Tag. Ich hatte ein langes Gespräch mit meiner Onkologin, die erstmal ihr Herz ausschüttete und mir berichtete, wie der Kampf mit der Krankenkasse weiterging. Bin ich froh, dass ich nicht mehr in Campinas zur Infusion muss! Danach haben wir ausführlich nochmal über meine Herceptinbehandlung gesprochen. Dabei habe ich heute rausgefunden, dass die Länge der Behandlungszeit nicht davon abhängt, ob und wann ich es nicht mehr vertrage, sondern dass das nur ein Faktor ist, der die Länge abkürzen könnte.

Sie hat mir heute auseinandergesetzt, dass die Behandlunglänge eigentlich 2 eher 3 Jahre sein wird (ich hab bereits 1 Jahr und 9 Monate), da nach Erfahrungswerten es nach einem solchen Zeitraum eher unwahrscheinlich ist, dass eine Krebszelle so lange überdauern könnte und die Krankheit nochmal ausbrechen könnte. Insgesamt hätte ich danach dann schon beinah 5 Jahre Behandlung – die magische Zeit für Krebskranke!

Das hat mich dann ehrlichgesagt sehr beruhigt, da ich eigentlich immer davon ausgegangen war, dass der Abruch der Behandlung zwingenderweise die Unverträglichkeit sein würde und das fand ich nicht so prickelnd. Jetzt geh ich davon aus, dass die Behandlung die 3 Jahre normal läuft und nur falls eventuell ein Problem eintritt, vorher abgebrochen wird. Übrigens, das ist ein weiterer Grund froh zu sein, das alles hier in Brasilien gemacht zu haben – in Deutschland wird wohl in allen Fällen nur ein Jahr Herceptin bezahlt – auch wenn eine verlängerte Anwendung eine wahrscheinlichere Heilung bedeuten würde…

…und ich habe heute wiedermal bestätigt gefunden, dass meine Onkologin eine grosse Erfahrung hat und es die richtige Entscheidung war, bei ihr zu bleiben und die 80 km Fahrt in Kauf zunehmen!

Jetzt noch kurz zum Abschluss des vorhergehenden Artikels – kurz nachdem ich ihn geschrieben hatte sind wir dann auch schon abgeflogen. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass alle Männer, die in Vorständen sitzen oder ähnlich herausfordernde Aufgaben haben, gerne reden? Ich sass neben so einem und durfte seine Ausführungen über mich ergehen lassen – jeden Satz, den ich einflechten wollte, sprach ich nur zur Hälfte, danach sprach er! Dass solche Männer sich so gerne reden hören? Ist das das Geheimnis ihres Erfolges? Sie reden jeden nieder und keiner kann sie stoppen? …dass er als Senatorcard-Besitzer mit 300.000! Meilen nicht mal in die Businessclass upgraden konnte, obwohl die halb leer war, und die Stewardess ihn auch nicht im Flieger nach vorne setzte (er bekam immerhin eine Businessclass – Kissen und – Täschen), das war mir dann doch eine kleine Genugtuung! ;o)

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