Canyons, Geysire, Bären und Shopping – Teil VIII

Vom Custer-State-Park fuhren wir über Keystone, die Shopping-Mall (man muss ja schliesslich den niedrigen Dollar ausnutzen!) und eine Autobahn durch die Prärie, die einfach nur "weit" war, nach Wall.

In Wall gibt es eigentlich nix ausser dem Wall-Drug. Das ist ein Drugstore, dessen Besitzer anfang letzten Jahrhunderts beschlossen hatten, den vorbeifahrenden Touristen kostenlos Eiswasser anzubieten, um sie in den Laden zu bringen. Dazu haben sie auch die Strassen aus allen Richtungen nach Wall mit Hinweisschildern gepflastert. Man sagt, sogar auf dem Mond wäre eins! ;o) Mittlerweile ist der Laden so gross, wie eine ganze Shopping-Mall und man findet dort wirklich alles, was man sich an Souveniers vorstellen kann…

 

Der Grund, warum wir dorthin gefahren sind, ist der Badlands NP, den ich unbedingt sehen wollte. Das ist eine Bergkette inmitten der Prärie oder Graslands, die sich von den Rockies bis zum Mississipi ausbreitet. Die Berge liegen direkt vor Wall und bildeten für den Weg der Siedler, die aus dem Osten kamen, sozusagen eine Mauer, daher auch der Name für die dahinterliegende Stadt.

Wir fuhren, als wir ankamen, nach dem Wall-Drugs Besuch und dem Einchecken in ein kleines Motel, dessen einziger Vorteil war, dass es zentral lag, gleich weiter in den Nationalpark. Bis dahin war noch heiter Sonnenschein, doch in dem Moment, als wir dort ankamen, brach ein Gewitter los, das uns leider von einer kleinen Wanderung abhielt. Beim Weiterfahren durch den Park lichtete es sich aber wieder und wir konnten einige kleinere Spaziergänge an den Aussichtspunkten machen.

Der Park ist umgeben von einem Indianerreservat und überall sieht man Hinweise darauf.

Ich bin immer noch ganz begeistert von der Weite der Prärie!

Ja, klar, Tiere gabs auch – Bergziege?

Und noch mehr Weite: Die Badlands:

Wilde Truthähne, wär ein leckeres Abendessen gewesen… ;o)

Am nächsten Morgen sind wir nochmal durch den Park gefahren, war nur gut, dass wir ihn schon tagszuvor gemacht hatten, heute regnet es so stark, dass es kein Spass gewesen wäre, die Trails zu laufen.

Nachdem wir den Park hinter uns lassen, fahren wir durch Indianerreservat. Eine traurige Gegend! Die Reservate sind oft die ärmsten Gegenden der USA und so wirken sie auch. Die Plätze um die Häuser ähneln Schrottplätzen, eine Ansammlung von Schrott und vor allem alten, verrosteten Autos. Alles scheint heruntergekommen, die Häuser sind meist diese Wohntrailer.

Wir fahren über eine kilometerlange Baustelle, alles aufgerissen, um zum Wounded Knee Memorial zu kommen. Wären da nicht ein paar Indianer mit billigen Souveniers am Strassenrand gestanden, wären wir glatt dran vorbeigefahren. Ein einsamer Friedhof auf einem Hügel, ein halb verfallener Rundbau, das Visitorcenter und eine zusammengezimmerte Überdachung, wohl als Bushaltestelle gedacht. Das wars! Ich habe einiges darüber gelesen, es scheint wohl so, dass die Indianer, das was hier geschehen ist, immer noch nicht wirklich überwunden haben und die Erinnerungen daran einfach noch zu sehr schmerzen, um daraus eine wirkliche Erinnerungsstätte zu machen. Im Visitorcenter, das eigentlich eher eine Art Denkmal ist, ist eine Ausstellung über die Diskriminierung der indianischen Rasse und ein anderes Vorkommnis, vor kürzerer Zeit, wo wohl eine Demo blutig niedergeschlagen wurde.

Als wir dort wegfuhren, war unsere Stimmung sehr gedrückt. Das ganz wurde durch das schlechte Wetter nur unterstrichen – eine düstere, traurige Gegend…

Wir hatten eine lange Fahrt vor uns, bis Fort Laramie und dann noch bis Cheyenne zum Übernachten. Vom Fort mehr Bilder dann beim nächstenmal!

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